Mit LED-Flutlicht: Reolink Lumus ausprobiert

Auch auf der diesjährigen CES2020 im Januar hatte Reolink wie üblich einige Neuheiten am Start. So langsam trudeln nun die ersten der vorgestellten Kameras bei den Kunden ein. Die Reolink Go PT wurde bereits in freier Wildbahn gesichtet und auch die Reolink Lumus wird in einigen Ländern bereits ausgeliefert. Nach Deutschland wir die Kamera, welche beim Hersteller mit einem Preisschild von 74,99€ versehen ist, derzeit noch nicht ausgeliefert. Ich konnte jedoch bereits eine Lumus ergattern und hatte damit die Gelegenheit Reolinks erste WiFi-Kamera mit LED Flutlicht etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

LED-Flutlicht, Pre-Recording und vieles mehr

Gleich beim auspacken hat man das Gefühl ein bekanntes Gerät in der Hand zu halten, nur eben mit Anschlusskabel. Das Design der Kamera erinnert stark an Reolinks erfolgreiche Argus-Serie. Dies ist nicht verwunderlich da eine kabellose Version der Lumus demnächst optisch fast identisch als Reolink Argus 3 auf den Markt kommt. Auch die technischen Daten ähneln im Großen und Ganzen der Argus-Serie. Full HD 1080p, Bewegungserkennung, Nachtsicht, 2-Wege-Audio, Micro SD-Kartenslot und IP65 Zertifizierung sind u.a. mit an Board. Neu und bisher einzigartig bei Reolink ist natürlich das LED Spotlight welches die Umgebung mit 180 Lumen bei 6500k ausleuchtet. Hört sich zunächst wenig an, ist aber doch ganz schön hell in der Nacht.

Dank Dauerstrom bietet die Lumus zusätzlich zwei neue sehr praktische Features. Videos werden bereits vier Sekunden vor dem eigentlichen Ereignis gespeichert, damit lässt sich nachvollziehen was unmittelbar vor dem auslösen passiert ist. Oft genug hatte ich sowohl bei Reolink als auch bei Ring schon “leere” Aufnahmen da die Bewegung vor der Kamera einfach zu schnell vorbei war. Dazu passend kann auch der Bereich für die Bewegungserkennung flexibel angepasst werden. Damit lassen sich ungewollte Aufnahmen und Fehlalarme durch Bäume, Nachbarn, Straßen usw. verringern. Neu hinzugekommen ist auch der individuelle Alarmton. Wem die normale Sirene zu langweilig ist kann nun eine eigene Ansage von bis zu fünf Sekunden hinterlegen und damit den Postboten persönlich grüßen. Witzig, oder? Ein Beispiel davon findet ihr auf meinem Instagram-Feed. .

Das Anschlusskabel ist mit 2,95m ausreichend lang und dank des USB-Steckers notfalls mit einem herkömmlichen USB-Verlängerungskabels erweiterbar. Leider ist das Kabel fest in der Kamera verbaut womit es nicht unproblematisch wird sofern man die Leitung irgendwo mit dem USB-Stecker voran durchführen muss. Im Titelbild könnt ihr euch persönlich einen Eindruck von der Größe verschaffen. Da das Gerät vorrangig für den Außeneinsatz vorgesehen ist wurde auf die beliebte Magnethalterung als Standfuß verzichtet. Somit lässt sich die Kamera nur fix montieren und nicht flexibel hier und dort aufstellen wie es mit der Argus 2 möglich ist. Die Montagehalterung lässt sich aber anschrauben oder mit einem Gurt befestigen womit sich die Kamera auch sehr gut an Balken, Bäumen und Regenrinnen aufhängen lässt.

Technische Daten im Überblick:
Bildsensor 1/2.8″ CMOS Sensor
Display-Auflösung 1920 x 1080 (2,0 Megapixel) @ 15 FPS
Sichtwinkel Horizontal 100° / Vertikal 54°
Nachtsicht 10m
Beleuchtung LED Spotlight 1,6W, 6500k, 180 Lumen
PIR-Erkennungswinkel Horizontal: 100°
PIR-Reichweite bis zu 7 Meter
Wifi IEEE 802.11 b/g/n
Protokoll & Standard SSL, TCP/IP, UDP, UPNP, SMTP, NTP, DHCP, DDNS, DNS, P2P
Schnittstellen Integrierter Micro SD-Steckplatz
Mikrofon und Lautsprecher zum Gegensprechen
Stromversorgung USB DC 5.0V / 2A
Voice Assistant Google Assistant, Amazon Alexa

Einfache Installation, umfangreiche App

Die Lumus wird am Tablet oder Handy mit der Reolink-App eingerichtet welche natürlich kostenlos bei Apple und Google heruntergeladen werden kann. Seitdem ich Kameras von Reolink nutze wird die App regelmäßig mit Updates und neuen Funktionen versorgt, dafür muss man den Hersteller wirklich mal loben. Der Einrichtungsassistent und die Sprachansage der Kamera  führen Schritt für Schritt durch die Installation. Damit ist das Gerät für jeden Nutzer innerhalb kürzester Zeit eingerichtet. Nach der Einrichtung per App kann die Kamera auch mit dem Desktop-Client von genutzt werden, dort muss man sich dann lediglich mit UID und Passwort einloggen. Auf den Desktop Client gehe ich jedoch nicht näher ein, davon kann sich jeder selbst ein Bild machen.

Ist die Kamera dann Eingerichtet bietet die App neben Liveansicht und Aufzeichnungswiedergabe noch jede Menge mehr Möglichkeiten die Kamera individuell zu konfigurieren. Standardeinstellungen wie Bildoptimierung, Aufnahmeeinstellungen, Privatzonen und Benachrichtigungen sind nahezu identisch zur Argus und werden durch die oben bereits erwähnten neuen Features wie Bewegungszonen und eben LED-Flutlicht ergänzt.

Ebenfalls neu hinzugekommen ist das Benutztermanagement. Mit diesem Feature lassen sich jetzt auch Benutzeraccounts ohne Zugriff auf die Einstellungen anlegen. Unheimlich praktisch wenn man verhindern möchte das andere Benutzer in den Einstellungen rumspielen.

Eine ganz interessante Sache ist auch der Szenenmodus auf der Hauptseite. Mit den “Szenen” lassen sich auf Knopfdruck bei einer oder mehreren Kameras bestimmte Funktionen wie Push oder Aufnahmen mit einem Knopfdruck ein- und ausschalten ohne durch die Einzelnen Menüs zu navigieren. Wer viele Kameras nutzt wird dieses Feature zu schätzen wissen.

Im Smarthome-Bereich der App kann die Lumus bei Bedarf noch mit Alexa oder Google Home verbunden werden. Nachdem zusätzlich noch der passende Skill bei Amazon oder Google aktiviert wurde lässt sich dann das Livebild per Sprachbefehl auf den unterstützten Geräten anzeigen. Mit dem Echo Show 5 und dem FireTV-Stick hat das bei Test sehr gut funktioniert.

Reolink geht ein Licht auf

Features schön und gut, aber das wichtigste bei eine Kamera ist natürlich die Bildqualität. Hier bietet die Lumus das gewohnt gute Niveau der Argus-Serie. Die Full HD Auflösung mit 2 Megapixeln liefert sowohl Tagsüber als auch Nachts sehr gute Bilder. Bei Nachsicht ohne Flutlicht sehe ich die Argus 2 dank Sternenlichtsensor vorne aber sobald die LEDs ins Spiel kommen entfaltet die Lumus ihre volle Stärke. Das Sichtfeld ist im Vergleich zu anderen Argus-Kameras leider auf 100 Grad begrenzt, wem dies zu wenig ist der sollte noch etwas auf die Argus 3 mit 120 Grad Sichtfeld und LED-Flutlicht warten.

Die Aufnahmen lassen sich derzeit nur lokal auf einer SD-Karte speichern denn die Reolink Cloud ist in Europa noch nicht verfügbar. Über Umwege lässt sich aber auch hierzulande ein Cloud-Account erstellen und die Lumus anschließend damit Verknüpfen. Ob und wann das Ganze auch offiziell in Deutschland verfügbar ist lässt sich derzeit noch nicht sagen. Enttäuschen muss ich leider die Nutzer der Synology Surveillance Station, denn die Kamera lässt sich dort nicht einrichten. Ebenfalls ist es nicht möglich die Kamera durch abgreifen eines RTSP-Streams mit anderen NVR und Smarthome-Systemen zu nutzen. In diesem Bereicht bietet Reolink dafür aber eigene NVR-Hardware an. Alternativ kann zur Daueraufzeichnung auch der Reolink Desktop Client für Windows und Mac genutzt werden.

Die Bewegungserkennung samt Erkennungsbereiche funktionierte beim Test sehr gut und löste wie gewünscht aus. Allerdings gibt es bei der Bewegungserkennung noch einen Haken. Die Erkennung löst aktuell nur aus sofern der Infrarotsensor und Bewegung zusammen getriggert werden. Reolink prüft derzeit ob eine reine Pixelerkennung per Firmwareupdate möglich ist. Damit könnten dann auch Events außerhalb der Sensorreichweite aufgezeichnet werden.

Lumus

Was gibts sonst noch wissenswertes?

Die Lumus benötigt dauerhaft Strom, hat einen überschaubaren Verbrauch. Tagsüber verbraucht die Kamera 1,9W und im dunkeln sind es mit dauerhaft aktivierten Infrafrot-LED 3.0W. Sobald das LED-Flutlicht eingeschaltet ist steigt der Verbrauch für die Dauer auf 4,1 Watt an. Grob gerechnet landet man bei etwa 6€ Betriebskosten im Jahr (12h Tag/ 12h Nacht + gelegentlich LED-Flutlicht bei 0,28€ KWh). Nachdem ich der Kamera den Internetzugriff in der FritzBox gesperrt hatte war es weiterhin noch möglich die Lumus im lokalen Netzwerk zu nutzen. Natürlich sind dann nicht alle Funktionen nutzbar, aber durchaus Interessant für Nutzer welche nicht möchten dass die Geräte Daten durch den Reolink-Server schicken.

Die fehlende Magnethalterung habe ich oben ja bereits angesprochen, da die Kamera aber über ein 1/4 Zoll Gewinde verfügt lässt sich das ganze auf ein (magnetisches) Kamerastativ wie den Gorillapod* schrauben. Damit kann die Kamera dann auch wieder recht flexibel im Innenbereichen aufgestellt werden.

LumusHacked

Generell gefällt mir die Reolink Lumus sehr gut denn sie ist perfekt für die Überwachung unserer Garageneinfahrt geeignet. Wegen des LED-Flutlicht und der 4 Sekunden Vorabaufzeichnung überlege ich sogar die Reolink Argus Eco gegen die Lumus zu tauschen. Genial wäre es wenn die Unterstützung der Synology Surveillance Station zukünftig noch nachgereicht wird. Ansonsten warte ich gespannt auf die Argus 3 welche dann im Akkubetrieb zwar ohne die Vorabaufzeichnung auskommen muss jedoch auch das LED-Flutlicht mit an Board hat.

Wer Fragen zur Reolink Lumus hat darf sich gerne an reolink@smarthomeblog.de wenden

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Jens

Ich bin Jens und seit Kindheitstagen von Technik begeistert. Ich befasse mich hier im Blog mit Smarthome-Technik aller Art und versuche dabei vor allem dem Normalanwender die Lust aufs vernetzte Zuhause zu vermitteln.

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4 Gedanken zu „Mit LED-Flutlicht: Reolink Lumus ausprobiert

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    August 22, 2020 um 6:47 am
    Permalink

    Hallo, an der Lumus bin Schon länger interessiert, schon alleine wegen der 4 Sekunden Vor-Aufzeichnung….
    Was ich nicht verstehe ist, dass die Kamera auf der Reolink Homepage in Deutschland noch nicht verfügbar ist. Dagegen ist sie jetzt auf Amazon verfügbar. Ich zögere noch dort zu bestellen, da ich befürchte, dass es sich um ein Modell handelt welches noch Kinderkrankheiten hat…. warum sonst ist ist offiziell von Reolink noch nicht verfügbar?
    Ich denke ich warte einfach noch etwas ab, denn das ist das Modell was für mich fast alles hatte was ich benötige (außer den horizontalen Blickwinkel von 100° empfinde ich etwas zu wenig, wenn man 130° gewohnt ist)

  • Avatar
    August 24, 2020 um 5:24 am
    Permalink

    Hallo,

    ich würde Amazon bevorzugen. Schnellere lieferung und unkomplizierte Rückgabe. Aktuell gibt es bis 26.08 sogar 15% Rabatt auf die Kamera. Der Verkäufter dort ist auch Reolink, wahrscheinlich möchte man beim neuen Produkt derzeit nur eine Logistikkette.

    https://amzn.to/3jc2ZT9 -> 15% bis 26.08

    Gruss
    Jens

    Gruss Jens

  • Avatar
    September 4, 2020 um 1:10 pm
    Permalink

    Hallo!
    Klasse Artikel! Jedoch stimmt das Themas USB-Verlängerung nicht ganz, wie ich aus der Praxis feststellen musste:

    Eine Erweiterung mittels eines 5m langen USB 2.0-Kabels funtioniert nur tagsüber! Des nachts ist der Stromverbrauch höher, woraufhin die Stromversorgung nicht mehr ausreicht und eine Übertragung somit nicht mehr stattfindet. Reolink scheint noch kein eigenes Verlängerungskabel herausgebracht zu haben. Ein großer Nachteil dieser Änderung der Stromversorgung…
    Herausgefunden habe ich dies, weil abends plötzlich keine Verbindung mehr zur Kamera bestand. Anfangs dachte ich, dass es ein typisches WLAN-Problem sei – bis ich feststellte, dass mit der Morgendämmerung das Problem behoben war.
    Also zum Spaß mal den Lichtsensor wieder abgedunkelt und siehe da: keine Verbindung!

    Auf den Gedanken kam ich jedoch nur durch Deinen Artikel, weil darin der erhöhte Stromverbrauch in der Dunkelheit erwähnt ist.

    Habe Reolink mal angeschrieben und bin gespannt, was sie als Verlängerungskabel empfehlen.

    Beste Grüße

    Torben

  • Avatar
    September 4, 2020 um 4:15 pm
    Permalink

    Hallo Torben,

    generell sollte ein USB 2.0 Kabel lt. Spezifikation eigentlich maximal 5m sein. Daher ist das ganze inkl. dem normalen Anschlusskabel zu lang, vielleicht ginge es mit einem aktiven USB-Kabel

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